Sauberer Strom aus dem Teltowkanal

Unter dem Titel “Sauberer Strom aus dem Teltowkanal für die Region Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf” startete gestern die Vortragsreihe EnergieWände Kleinmachnow. Am Abend fanden sich im Rathaus zahlreiche interessierte Bürger ein um den Vorträgen zu “lauschen”, ihre Überlegungen einzubringen und kritische Fragen in die Diskussion einzubringen.

Prof. Dr.-Ing. Christoph Pels Leusden, ein Bachelorstudent sowie Julian Affeldt beleuchteten in ihren Vorträgen verschiedene Aspekte eines möglichen Kraftwerkbaus.

Professor Pels Leusden stellte sich der Frage, ob ein Wasserkraftwerk in der Schleuse wirtschaftlich umsetzbar ist. Dazu stellte er Einnahmen aus der Stromerzeugung sowie Ausgaben -zur Errichtung, späterer Betrieb- gegenüber. Nach seiner Einschätzung bietet die Schleuse ein Potential von 1600 Mwh/Jahr, also etwa 300 Haushalte. Bei einem Kredit (20 Jahre Laufzeit bei 5%) zur Errichtung käme nach seiner Rechnung ein Jahresertrag von ca. 4700€ heraus. Das Kraftwerk könnte demnach wirtschaftlich arbeiten. Es gibt jedoch auch Probleme z.B. das der von der Schifffahrtsbehörde geforderte maximale Abfluss nicht mehr gegeben ist. Ein neuer Abfluss müsste gebaut werden, der nicht in der Rechnung enthalten ist. Eine andere Möglichkeit wäre in einem solchen Fall einfach die Schleusentore zu öffnen.

Der Berliner Bachelorstudent ging auf den aktuellen Stand und die Möglichkeiten der regenerativen Energien in der Region ein. Nach seinen Recherchen liegt der Anteil regenerativer Energien in der Region im einstelligen Prozentbereich. Durch Windkraftanlagen in Teltow und Stahnsdorf könnte dieser Anteil schnell gesteigert werden. Er ging zudem darauf ein, dass in Kleinmachnow zur Zeit nur Photovoltaikanlagen bestehen. Es besteht somit noch “Luft nach oben”.

Abschließend stellte Julian Affeldt seine Ergebnisse zum Bereich Vermarktung des so gewonnen Stroms vor. Als beste Lösung stellte sich für ihn einen regionale Vermarktung dar. Dabei würde der aktuelle Strompreis von 28,7ct/kWh um die Hälfte sinken (Wegfall von Steuern). Bedingung ist allerdings, dass in einem städtischen Gebiet -wie unserer Region- die Strecke Erzeuger-Verbraucher nicht länger als 4,5km ist. Es existieren entsprechende Gerichtsurteile. Das eine solche Vermarktung möglich ist, zeigt Feldberg bei Treuenbrietzen. Feldbergs Energienetze sind komplett in eigener Hand.

Mit dem Wasserkraftwerk in der Schleuse hätten wir in Kleinmachnow ein zukunftsweisendes Projekt, welches einen weiteren Schritt in Richtung Energieautarkie verspricht.

Vielversprechend klingt auch die Neuauflage der europäischen Förderfonds für erneuerbare Energie, die mit bis zu 50% (an Nichtunternehmen bis zu 75%) das Projekt zum Erfolg bringen könnte.


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